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Mariendistel

mariendistel1
Silybum marianum (L.) Gaertn.
Asteraceae (Korbblütler)
Mariendistel
Christi Krone, Fieberdistel, Frauendistel, Gallendistel, Leberdistel, Frauendistelfrüchte, Magendistelsamen, Marienkörner, Stechkörner, Stichsaat, Stichsamen
Fructen

Die ursprünglich im Mittelmeergebiet beheimatete Mariendistel gehört zur Familie der Korbblütler und liefert einen der meisteingesetzten pflanzlichen Wirkstoffe für die Behandlung von toxischen Leberschäden weltweit: das Silymarin.

 

Botanik
Die Mariendistel ist eine 1- bis 2-jährige, ca. 30 – 150 cm hohe, aufrechte Pflanze und besitzt einen oben verzweigten und behaarten Stängel, an dem große, grün-weiß marmorierte, dornig gezähnte Blätter sitzen. Die kugeligen, purpurroten Blütenköpfe erinnern an eine Quaste (lat. „silibon“).
Die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe sind in erster Linie in den Früchten zu finden. Die meisten Korbblütler bilden kleine Nussfrüchte aus, so genannte Achänen. Auch wenn in der Umgangssprache Begriffe wie „Sonnenblumenkerne“ oder „Löwenzahnsamen“ verwenden werden: all dies sind im botanischen Sinn Früchte. Die Früchte werden ausgepresst, das fette Öl kann in der Nahrungsmittelindustrie weiter verwendet werden, der Pressrückstand enthält die therapeutisch interessanten Verbindungen.

Droge

Für die Mariendistelfrüchte (Cardui mariae fructus) liegt eine Positiv-Monographie der Kommission E und der WHO vor. Der Trockenextrakt mit einem Drogen-Extrakt-Verhältnis von 36 – 44:1 läuft gemäß European Medicines Agency (EMA) unter der Kategorie „well-established use“.
Da die leberwirksamen Substanzen in Wasser schwer löslich sind, werden von der Mariendistel zumeist nur alkoholische Extrakte oder Fertigarzneien verwendet.
Die Früchte werden im reifen Zustand in den Monaten August bis September gesammelt. Die Achänen sind 6 bis 7 mm lang, etwa 3 mm breit und ca. 1,5 bis 2,5 mm dick. Die Fruchtschale ist glänzend braunschwarz oder matt graubraun, dunkel- oder weißgrau gestrichelt mit einem vorspringenden gelblichen Rand oben. Ihr Geruch ist kaum wahrnehmbar. Der Geschmack ist ölig und bitter.

Hinweis. Die Droge darf weder ranzig riechen noch schmecken.

Bestandteile
Hauptinhaltsstoff von Silybum marianum (L.) Gaertn. ist Silymarin (1,5 – 3,0 %), das selbst ein Gemisch aus vier Flavonolignan-Isomeren (Silibinin, Isosilibinin, Silychristin, Silydianin) ist.

 

 

 

•    Die biologisch aktivste Form von diesem Gemisch ist Silibinin, ein (2R,3R)‐3,5,7‐Trihydroxy‐2‐[3‐(R)‐(4-hydroxy‐3-methoxyphenyl)‐2‐(R)‐(hydroxymethyl)‐1,4‐benzodioxan‐6-yl]chroman‐4-on.
Therapeutisch werden peroral Silymarin bzw. als Silymarin standardisierte Extrakte und parenteral das Dinatriumsalz des Silibinin‐C 2’,3 bis(hydrogensuccinat) eingesetzt.
Der Komplex besitzt insgesamt eine protektive und regenerationsfördernde Wirkung auf hepatisches Gewebe.
Daneben sind ferner Taxifolin und Flavonoide vom Flavonoltyp, insbesondere Quercetin, enthalten. Sowie:
•    Fettes Öl (20 – 30 %) mit hohem Linolsäureanteil (ca. 60 %)
•    Phytosterole (0,6 %), darunter Sitosterol, Campesterol und Stigmasterol, sowie Cholesterol
•    weitere Phenole: dimere Coniferylalkohole und Tocopherole (0,04 %)
•    Amine (Tyramin, Histamin)
•    Eiweiß und Schleim (20 – 30 %)

Traditionell
Die Blütenköpfchen der Mariendistel kann man (bevor sich die Blüten öffnen) zubereiten und essen wie Artischocken oder Spinat. Sie regen die Leber und die Verdauung an. Besonders nach den langen Wintermonaten, in denen es früher kein frisches Gemüse zu essen gab, waren diese gekochten Blütenköpfchen ein wertvolles Frühjahrstonikum.
In Europa wird die Mariendistel bereits seit dem 13. Jahrhundert als Heilmittel bei Leberkrankheiten eingesetzt. Schon bei Plinius und in Dioskurides‘ „De Materia medica“ wurde „silybum“ als eine distelartige Arzneipflanze erwähnt. Der Name wird abgeleitet vom griechischen silybon oder silybos und bedeutet Troddel oder Quaste. Das Artepithet „marianum“ stammt aus dem Lateinischen und nimmt Bezug auf eine Legende, nach der die weißen Flecken auf den Blättern von der Milch der heiligen Maria stammen, die auf die Blätter dieser Distelart träufelte, als sie auf der Flucht nach Ägypten ihr Kind nährte.
Die Mariendistel wird bereits in wichtigen Arzneibüchern des Mittelalters erwähnt, so im „Kreutterbuch“ des Matthiolus von 1626, „gegen Gelbsucht, Nierensteine und eine verstopfte Leber“ empfohlen, und im „Kreuterbuch“ des Adam Lonitzer (Lonicerus) von 1679 steht geschrieben, dass „sie gut sei zu der entzündeten Leber“.
Obwohl die Mariendistel aus dem östlichen Mittelmeergebiet stammt, wird sie heute erfolgreich auch in Österreich, zum Beispiel großflächig im Waldviertel, kultiviert. Die Mariendistel ist auch von Südrussland bis in den Iran anzutreffen.

Verwendung
Silybum marianum ist die wichtigste Heilpflanze bei Lebererkrankungen und die einzige, die die Leberzellregeneration anregen kann. Sie regt sogar die Neubildung von Leberzellen an und daher liegt der Indikationsschwerpunkt bei toxischen Lebererkrankungen, vor allem solcher, die durch chronischen Alkoholkonsum, leberschädigende Arzneimittel und Umweltgifte entstanden sind.
Sowohl bei der durch Alkohol verursachten Fettleber als aus auch bei Fettleberhepatitis entfalten die Mariendistelfrüchte ihre Wirkung. Eine prophylaktische Gabe ist zumeist wirkungsvoller als die therapeutische Gabe nach Eintritt einer Schädigung. Als adjuvante Therapie können Mariendistelfrüchte bei infektiösen Hepatitiden sowie bei Leberzirrhose verabreicht werden.
Ganz wichtig für den Behandlungserfolg ist jedoch die Vermeidung der Noxen während der Therapie. Mariendistel ist keine Versicherung gegen übermäßigen Alkoholkonsum.

Die Droge wird zudem bei dyspeptischen Beschwerden, besonders bei funktionellen Störungen des ableitenden Gallensystems eingesetzt. Zudem liegen Hinweise auf eine protektive Wirkung bei Schädigung der Magenschleimhaut vor. Eine seltene Indikation ist die Knollenblätterpilzvergiftung. Das i.v. verabreichte Silybinin verdrängt dabei kompetitiv die im Pilz enthaltenen Toxine (Phalloidin, Amantadin) von der RNA-Polymerase der Leberzellen.

Wer unter Juckreiz leidet, oft müde oder depressiv ist und nachts zwischen 1 und 3 Uhr aufwacht (der „Leberfunktionszeit“), könnte von der leberwirksamen Mariendistel profitieren.

Dosierung
Die übliche Tagesdosierung liegt laut Fachgesellschaften bei 12 bis 15 g Mariendistelfrüchten bzw. bei 200 bis 400 mg Silymarin, berechnet als Silibinin. Fertigpräparate enthalten einen Trockenextrakt mit Auszugsmittel zumeist Aceton, selten Ethanol, mit einem Drogen-Extrakt-Verhältnis im Bereich 20 – 70:1.
Für den Trockenextrakt mit einem Drogen-Extrakt-Verhältnis 36 – 44:1, standardisiert auf 40 – 65 % Silymarin, gilt laut EMA (European Medicines Agency, EMA/HMPC/294187/2013) „well-established use“, mit einer Dosierung von 173 – 186,7 mg (standardisiert auf 108,2 mg Silymarin) 3 x täglich, über 2 Monate.
Mariendistelfrüchte können und sollen über eine längere Zeit (2 – 6 Monate) eingenommen werden.

Da Wasser nicht das geeignete Extraktionsmittel für Silymarin darstellt, kann ein aus Mariendistelfrüchten zubereiteter Tee nicht als Leberschutzmittel empfohlen werden [2].

Sicherheit
Unerwünschte Wirkungen (Unterüberschrift zur Sicherheit)

Vereinzelt wird eine leicht laxierende Wirkung beschrieben. Allergische Wirkungen von Silymarin sind nicht bekannt. Die therapeutische Breite ist sehr groß

Gegenanzeigen/Anwendungsbeschränkungen

Es sind keine Kontraindikationen bekannt.

Bei reproduktionstoxikolgischen Untersuchungen konnte kein teratogenes Potential nachgewiesen werden. Eine Schwangerschaft stellt keine absolute Kontraindikation dar.

Untersuchungen über die Anwendung von Silymarin während der Stillzeit liegen nicht vor.

Wechselwirkungen (Unterüberschrift zur Sicherheit)

Es sind keine Wechselwirkungen bekannt.


Toxikologie

Akute Toxizität: Männliche und weibliche Mäuse erhielten Silymarin mit der Schlundsonde in einer Dosis von 0,5 bis 20,0 g/kg Körpergewicht. In der siebentägigen Nachbeobachtungszeit traten keine Vergiftungssymptome auf, und alle Mäuse überlebten. Hunden wurde eine Einzeldosis von 1 g Silymarin/kg Körpergewicht peroral zugeführt. Innerhalb von 7 Tagen nach der Applikation ließen sich keine Unverträglichkeiten feststellen [3,4].

Chronische Toxizität: Die Prüfung der subchronischen Toxizität von Silymarin erfolgte an Ratten beiderlei Geschlechts über 15 Tage in einer Dosis von 1 g/kg Körpergewicht peroral. In einer chronischen Studie über maximal 22 Wochen erhielten ebenfalls Ratten 100 mg/kg Körpergewicht/Tag. Als Bewertungskriterien dienten in beiden Fällen Körpergewichtsverlauf, Hämatologie (Blutbild), klinische Chemie, Urinanalytik sowie am Ende des Versuches die Organgewichte und die histologischen Befunde. Die Ratten zeigten in beiden Versuchen stets normales Verhalten und nahmen an Körpergewicht zu. Bei den Laborparametern fanden sich keine relevanten Unterschiede zwischen den behandelten Gruppen und der jeweiligen Kontrolle, und auch die pathoanatomischen Befunde ergaben keine Hinweise auf mögliche Zielorgane [3,4].

Reproduktion: Untersuchungen auf embryotoxische Wirkungen wurden an Ratten und Kaninchen durchgeführt. Die Behandlung mit Silymarin erfolgte mittels Schlundsonde während der kritischen Phase der Organogenese (Kaninchen 100 mg/kg Körpergewicht vom 8. Bis 17. Tag, Ratten 1 g/kg Körpergewicht vom 8. Bis 12. Tag). Keines der Kriterien (Anzahl der Feten, Implantationen und Resorptionen, Gewicht der Feten) ergab einen signifikanten Unterschied zwischen den mit Silymarin behandelten Gruppen und der Kontrolle. Missbildungen fanden sich weder an den inneren Organen noch am Skelett [3,4].

Sensibilisierung: Im Toleranztest am Auge hat Silymarin als Hemisuccinat in einer Konzentration von 2 x 10-2 M appliziert eine gute Verträglichkeit [3,4].

Toxikologische Daten: Letale Dosis-Werte: LD (Maus, peroral) > 16 g/kg Körpergewicht.
Silibinin: LD50 (Maus, intravenös) 1065 mg/kg Körpergewicht [5,6].

Pharmakologie
Bioverfügbarkeit und Pharmakokinetik (Unterüberschrift zur Pharmakologie)

Therapeutischer Plasma-Konzentrationsbereich:
Nach peroraler Applikation von 280 - 700 mg Silymarin (102 - 254 mg Silibinin enthaltend) an gesunde Probanden waren die Plasmakonzentrationen an Silibinin proportional zur Dosis [7]. Nahezu 80 % des Silibinins im Plasma lag in konjugierter Form vor. Die Plasmamaximalkonzentrationen von unkonjugiertem Silibinin lagen dosisabhängig bei 0,12 - 0,32 μg/ml. Maximale Konzentrationen werden nach 1- 2 h erreicht.

Bioverfügbarkeit:
In pharmakokinetischen Studien von Silymarin ist Silibinin gewöhnlich der Hauptinhaltsstoff, der gemessen wird. Silibinin ist schwer löslich in Wasser und neigt zu spontaner Ausbildung von nicht-resorbierbaren Mikrokristallen. Nach oraler Applikation beträgt die Bioverfügbarkeit von Silybinin beim Menschen etwa 20 – 40 %. Sie ist stark abhängig von der jeweiligen Zubereitung und variiert stark zwischen den verschiedenen Silymarin-Präparaten, die sich auf dem Markt befinden.
Eine vergleichende Bioverfügbarkeitsstudie von Silibinin mit 3 kommerziellen Silymarin-Produkten wurde an 24 Probanden durchgeführt. Jedes Präparat wurde mit einer Dosierung äquivalent zu 120 mg Silibinin in einer 3x3-Crossover-Studie angewendet. Das Ergebnis zeigte starke Schwankungen der relativen Bioverfügbarkeit zwischen den einzelnen Präparaten [8].

Eliminationshalbwertszeit Wirkstoff:
Nach einer einzelnen peroralen Applikation von 280 - 700 mg Silymarin (102 - 254 mg Silibinin enthaltend) an gesunde Probanden lag die Eliminationshalbwertszeit bei 6 h.

Metabolismus/Biotransformation:
Sowohl beim Tier als auch beim Menschen wird Silibinin zu Glucuroniden und Sulfaten verstoffwechselt und unterliegt einem enterohepatischen Kreislauf [9].

Ausscheidung renal
Etwa 3 - 7 % bezogen auf die applizierte Dosis werden über den Urin in Form von Konjugaten ausgeschieden, entsprechend einer renalen Clearancerate von 30 ml/min.

Ausscheidung, biliär/intestinal
In mehreren Studien an Cholezystektomie-Patienten mit einer T-Drainage wurde bis zu 15 % der Silibinin-Dosis in der gesammelten Galle gefunden. Biliäre Konzentrationen von Silibinin (vollständig in Form von Konjugaten) lagen 100-mal höher als im Plasma [5,10–12].

Durch Überführung des Silybinins in einen Silybinin-Phosphatidyl-Komplex verbessern sich Bioverfügbarkeit und Pharmakokinetik entscheidend [13].


Wirkungen

Die Wirksamkeit bei toxischen Leberschädigungen ist gut belegt, besonders eindrucksvoll ist der Einsatz parenteraler Zubereitungen bei Vergiftungen mit dem Knollenblätterpilz: ein pflanzliches Arzneimittel als einzige therapeutische Option! Durch Bindung des Silybinins an Membranproteine von Hepatozyten wird das Eindringen hepatotoxischer Substanzen (wie z.B. Lanthanide, CCl4, Galactosamin, Thioacetamid, Amantadin) verhindert.

Silybinin hat insbesondere hepatoprotektive und antiproliferative Eigenschaften. Aus therapeutischer Sicht steht die hepatoprotektive Wirkung im Vordergrund, und beruht nach bisherigem Stand der Kenntnisse auf 5 Eigenschaften.


Die 3 wichtigsten davon sind:

Stabilisierung der Leberzellmembranen:
Silybinin verändert die äußeren Membranen der Leberzellen durch Bindung an Proteine und Rezeptoren derart, dass die Giftstoffe nicht mehr in die Zelle eindringen können. Eine dadurch bedingte Veränderung der physikalisch-chemischen Eigenschaften der Membranen könnte den „membranstabilisierenden“ Effekt von Silybinin erklären [14,15].

Stimulierung der Proteinbiosynthese und damit Beschleunigung der Leberzellregeneration:
Neben dem Schutzeffekt durch eine Erhöhung der Membranresistenz beeinflussen Silymarin/Silibinin die Zellreparation und -regeneration durch Stimulierung der RNA- und Proteinbiosynthese: Silibinin steigert die RNA-Synthese in isolierten Rattenhepatocyten bzw. Leberzellkernen dosisabhängig. Es wird vermutet, dass die Wirkung von Silibinin auf die Polymerase I durch Bindung an Estradiol-Bindungsstellen erfolgt [16]. Bei einer verstärkten Produktion von rRNA ist eine Stimulierung der Proteinbiosynthese zu erwarten, da diese an den Ribosomen abläuft. Tatsächlich wird in Leberschnitten ethanolgeschädigter Ratten die Proteinbiosynthese durch Inkubation mit Silymarin um 54 % und Silibinin um 37 % gesteigert. Somit können Zellregenerationsprozesse beschleunigt werden.

Radikalfänger- und Antioxidansfunktion:
Eine antioxidative Wirkung verhindert das Auftreten freier Radikale, die vielfach nach Zufuhr von Noxen in der Leber als reaktive Metabolite entstehen und für die Schädigung der Zellmembranen verantwortlich gemacht werden.
Bei einer ganzen Reihe von Schädigungen durch hepatotoxische Substanzen spielen Radikale eine wichtige Rolle, z. B. bei der Initiierung und Fortpflanzung der Lipidperoxidation. Eine rein kurative Behandlung von Ratten mit dem Silibininester (25 bzw. 50 mg/kg KG i. v. 1 h nach Paracetamol) hemmt dosisabhängig den durch Paracetamol bedingten Abfall des Leberglutathions um 60 bis 90 % und den Anstieg der Lipidperoxidation um ca. 70 %. Die Freisetzung von GPT und GOT in das Serum wird in der höheren Dosierung praktisch vollständig antagonisiert [17]. In einer weiteren Studie wird durch den Silibininester (50 mg/kg KG i. v. 1 h nach Paracetamol) der durch Paracetamol induzierte Glutathionabfall zu 93 % und der Transaminasenanstieg zu 45 bis 55 % verhindert [18]. In vitro wurde nachgewiesen, dass Silibinin mit OH- und Azid-Radikalen reagiert und sie in Radikale geringerer Reaktivität überführt [19,20]. In einer anderen Untersuchung werden Hydroxylradikale dosisabhängig durch Silibinin um bis zu 90 % gehemmt [21]. Neuere Untersuchungen zeigen, dass Silibinin (Ester) schneller mit Hydroxylradikalen reagiert als mit dem Superoxidanion-Radikal, Hydroperoxid oder Salzsäurehypochlorit [22]. Die erhöhte Sauerstoffaufnahme, MDA-Produktion und Chemilumineszenz in Rattenlebermikrosomen wird durch den Silibininester dosisabhängig bis zu 90 % antagonisiert bzw. nach Induktion durch t-Butylhydroperoxid bis zu 50 % gehemmt [23]. Auch in anderen Zelltypen (menschliche Blutplättchen, Leuk., Neutrophilen) werden bei Inkubation mit Silibinin bzw. Silymarin radikalinduzierte Prozesse verhindert. Bei Inkubation von Lymphocyten von chronischen Alkoholikern mit Silibinin wird die Aktivität des physiologischen, antioxidativ wirkenden Enzyms Superoxiddismutase (SOD) um das Doppelte erhöht [24].
Auch Enzyme des Arachidonsäurestoffwechsels (Lipoxygenase, Cyclooxygenase) werden durch die verschiedenen Isomeren beeinflusst. Die Bildung von Prostaglandinen wird durch die 3 Isomeren (jeweils in Esterform) dosisabhängig reduziert, wobei Silibinin den stärksten Effekt besitzt. Die Prostaglandinsynthese wird durch Silibinin vollständig unterdrückt [25]. In isolierten Rattenzellen wird dagegen eine selektive Hemmung der Leukotrien-Bildung (LTB4) durch den Silibininester festgestellt. Da Leukotriene wichtige Entzündungsmediatoren und an Leberzellschädigungsprozessen beteiligt sind, könnte die Hemmung des Cyclooxygenasewegs mit eine Erklärung für die entzündungshemmenden Eigenschaften von Silymarin sein [24].
Die positive Wirkung von Silymarin-Zubereitungen auf den Glutathiongehalt wird auf seine Radikalfängereigenschaften zurückgeführt, die zur Entlastung der physiologischen Anitoxidantien beitragen.

Auch das ultrastrukturelle Erscheinungsbild der Leber wird verbessert [26]. Die durch eine einmalige Halothan-Narkose induzierte Leberverfettung an der Maus sowie die Abnahme des Cytochroms P450- und des Cytochrom b5-Gehaltes in den Lebermikrosomen werden durch eine Silibininbehandlung (300 mg/kg KG p. o. einmal vor und tgl. über 10 Tage nach Narkose) verhindert [27].

Neue Untersuchungen beschäftigen sich mit den antiproliferativen und chemopräventiven Effekten von Silibinin sowie mit den für diese Wirkungen verantwortlichen Mechanismen [28–30].

Klinische Studien
Zur therapeutischen Wirksamkeit bei chronischen Leberschäden liegen insgesamt 44 kontrollierte klinische Studien mit mehr als 4000 Patienten vor, bei denen mehrheitlich statistisch signifikante Vorteile für die Therapiegruppe mit einem Mariendistelfrüchtepräparat nachgewiesen wurden.

Die Anwendung von Silibinin bei Knollenblätterpilzvergiftungen ist in etwa 1500 Fallberichten über Behandlungsverläufe dokumentiert.


Ergebnisse aus Übersichtsarbeiten:
Über 2600 Patienten mit toxischen Leberschäden unterschiedlicher Ätiologie und Ausprägung, beurteilt anhand des klinischen Bildes ohne histologische Befundsicherung, erhielten über 8 Wochen im Rahmen einer therapiebegleitenden Anwendungsbeobachtung (multizentrisch) einen Trockenextrakt aus Mariendistelfrüchten (36 bis 44:1; Auszugsmittel Ethylacetat; 267 ± 104 mg/Tag). Nach 8 Wochen zeigten Kontrollmessungen im Mittel eine Reduktion bei GPT von 44 U/L auf 27 U/L (-39 %), bei GOT von 38 U/L auf 24 U/L (-39 %) und bei γ-GT von 136 U/L auf 77 U/L (-43 %) gegenüber dem Ausgangswert. Bei Betrachtung der Medianwerte ergab sich eine vergleichbare Reduktion der Werte. Die subjektive Befindlichkeit wurde bewertet anhand der Symptome Müdigkeit, Oberbauchdruck, Inappetenz, Übelkeit und Juckreiz (Beurteilungsskala: Nicht vorhanden, leicht bis mäßig, stark). Gebessert bzw. beseitigt waren die Symptome Übelkeit bei 79 bzw. 8 %, Juckreiz bei 72 bzw. 9 %, Inappetenz bei 68 bzw. 14 %, Oberbauchdruck bei 60 bzw. 20 % und Müdigkeit bei 52 bzw. 24 % der Patienten. Von 1 % der Patienten wurden überwiegend den Gastrointestinaltrakt betreffende Nebenwirkungen angegeben. In einer offenen klinischen Verlaufsstudie erhielten 66 Patienten neben der erforderlichen, hochdosierten Behandlung mit Psychopharmaka bzw. Antikonvulsiva zusätzlich tgl. 105 bis 315 mg Trockenextrakt aus Mariendistelfrüchten (36 bis 44:1) über einen Zeitraum von 61 Tagen. Bei 13 Patienten mit erhöhter Bromsulfalein-Retention wurde in 7 Fällen eine Normalisierung (54 %) und in 3 weiteren Fällen eine Besserung (23 %) gegenüber dem Ausgangswert erreicht. Eine Normalisierung bzw. Besserung von erhöhten Ausgangswerten fand sich für GOT bei 28 von 41 Patienten (68 %), für GPT bei 12 von 15 Patienten (80 %). Die ebenfalls gemessenen Bilirubinwerte waren nur bei 2 Patienten erhöht und normalisierten sich unter der Behandlung mit Silymarin. Die Autoren berichten zudem, dass hinsichtlich der psychopathischen Befunde während der Silymarinbehandlung einzelne Symptome eine deutliche Besserung aufwiesen. Eine weitere Analyse wurde an 5 Studien mit insgesamt 602 Lebercirrhotikern durchgeführt. Die Analyse ergab, dass Silymarin die Gesamtmortalität im Vergleich zu Placebo um 4,2% gesenkt hat; die hepatisch bedingte Mortalität sank dabei um 7% (p<0,01) [6,29,31]. In einer Meta-Analyse der Cochrane Collaboration wurden 13 randomisierte klinische Studien nach Einnahme von Mariendistel in 915 Patienten mit alkoholischer und/oder Hepatitis B oder C-Virus Lebererkrankungen bewertet. Die eingesetzten Mariendistelzubereitungen hatten im Vergleich zu Placebo oder keiner Intervention keinen signifikanten Einfluss auf die Sterblichkeit, jedoch wurde die leberbezogene Mortalität in allen Studien signifikant reduziert [32].


In den letzten Jahren wurden Studien publiziert, die die Wirksamkeit der Mariendistel bei Chemotherapie-bedingter Hepatotoxizität, bei Pilzvergiftungen, bei verschiedenen Hepatitis-Arten sowie bei nichtalkoholischer Fettlebererkrankung erforschten.

Chemotherapie-bedingte Hepatotoxizität:
Die Chemotherapie bei Patienten mit Tumorerkrankungen hat oft eine leberschädigende Nebenwirkung, die z.B. im Falle von an akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) erkrankten Kindern zum Therapieabbruch führt. Bei einer 28 Tage dauernden doppelblinden, randomisierten, placebo-kontrollierten Studie wurden 50 Patienten zwischen 1 und 21 Jahren, die an ALL litten, eingeschlossen, und erhielten 240 mg Mariendistel-Extrakt, der auf 80 mg Silibinin standardisiert war. Am Tag 58 wurde in der Mariendistel-Gruppe eine signifikant tiefere Konzentration des Leberenzyms AST (Aspartat-Amino-Transferase) (p=0,05) sowie ein Trend zu einer signifikant tieferen Konzentration an ALT (Amino-Alalin-Transferase) (p=0,07) gegenüber der Placebo-Gruppe ermittelt. Aus diesen Resultaten schlossen die Autoren, dass der verwendete Mariendistel-Extrakt bei ALL eine wirksame und sichere Supportiv-Behandlung sein kann [33].

Chronische Hepatitis C:
2011 wurde eine Studie, bei der 55 Patienten mit chronischer Hepatitis C eingeschlossen wurden, durchgeführt. Die Patienten wurden während 24 Wochen mit 630 mg Silymarin/Tag behandelt. Vor und nach der Behandlung wurden verschiedene Parameter wie ALT, AST (Leberenzyme), HCV-RNA (mit PCR) und mehrere Marker für Leberfibrose erhoben. Sowohl bei den ALT- als auch bei den AST-Werten zeigte sich nach den 24 Behandlungswochen eine statistisch signifikante Verbesserung der Werte gegenüber Baseline (ALT: p<0,001; AST: p = 0,004). Nach Behandlungsende wurden bei 9 Patienten keine HCV-RNA mehr gefunden. Die von den Patienten angegebene Lebensqualität verbesserte sich durch die Behandlung signifikant (p<0,001) [34].

Akute Hepatitis:
El-Kamary et al. [35] publizierten 2009 eine Studie über die Wirksamkeit von Silymarin bei akuter Hepatitis. Die 105 Probanden mit den typischen Symptomen einer akuten klinischen Hepatitis und Serumwerten von ALT > 100 IE/L, erhielten während 4 Wochen dreimal täglich entweder 140 mg eines standardisierten Mariendistel-Präparates oder Placebo. Bei den Patienten der Verum-Gruppe stelle sich eine schnellere Verbesserung der auf biliäre Retention zurückführenden Symptome, das heißt dunkler Urin (p = 0,013), Gelbpigmentierung der Haut (p = 0,02) und Sklerenikterus (p = 0,043), sowie eine Verminderung des indirekten Bilirubins ein [35].

Vergiftungen durch Amatoxin:
Etwa 90 % aller weltweit auftretenden Pilzvergiftungen sind auf Amatoxin zurückzuführen, ein Octapeptid, das unter anderem im Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) enthalten ist und einige Stunden nach der Einnahme Abdominalkrämpfe, Erbrechen sowie eine Cholera-ähnliche Diarrhö bewirkt und zu Nieren- und Leberversagen mit tödlichen Folgen führen kann. Mengs et al [36] publizierten 2012 eine Übersichtsarbeit, in der sie Studien und Fallberichte vorstellten, bei denen Patienten mit einer Amatoxin-Vergiftung mit einem standardisierten Mariendistelextrakt behandelt wurden. Bei den etwa 1500 dokumentierten Fällen verringerte sich die Mortalitätsrate auf weniger als 10 % (9,8 %) gegenüber 18,3 % unter konventioneller Behandlung. Es konnte gezeigt werden, dass Silibinin antiinflammatorische und antioxidative Eigenschaften hat und mit spezifischen Leber-Transportproteinen interagiert und so die intrazelluläre Wiederaufnahme von Amatoxin verhindert. Dies bewirkt einen Unterbruch des enterohepatischen Kreislaufs der Toxine, was auch bei Patienten mit schwersten Amatoxin-Vergiftungen noch hilfreich sein kann. Dabei spielte die Zeit zwischen der Amatoxin-Einnahme und dem Beginn der Mariendistel-Behandlung eine entscheidende Rolle. Wenn die Patienten innerhalb von 48 h behandelt wurden, erwies sich der Verlauf der Lebervergiftung meistens als eher leicht bis mittel. Wenn die Patienten jedoch erst später Hilfe erhielten, dann wurden oft viel schwerere Leberschäden beobachtet [36].

Nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD):
In einer offenen, randomisierten Parallelgruppen-Studie wurde die Wirksamkeit eines standardisierten Mariendistelextraktes bei NAFLD verschiedener Genese untersucht. Als Wirksamkeitskriterien wurden klinische (Allgemeinzustand, Müdigkeit, Schmerzen in der Lebergegend, Lebergröße), biochemische (ALT, AST, GGT) und Ultraschall-Parameter (Veränderung der Lebergröße) bestimmt. Alle Patienten der Verumgruppe beendeten die Therapie und berichteten großmehrheitlich (92 %) von einer subjektiven Verbesserung des Allgemeinbefindens. Außerdem wurde eine signifikante Verminderung der Transaminasen-Aktivität und Normalisierung der GGT ermittelt. Die Therapie wurde von allen Patienten ohne Nebenwirkungen gut toleriert [37].




References
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